Stifte der Zuversicht

Stifte der Zuversicht: Damit Flüchtlingskinder in Syrien nicht vergessen werden

„Auf lasst uns spielen, lasst uns lernen“ hat die Deutsche Gabriele Conrad-Hamzé das Projekt für syrische Flüchtlingskinder genannt, das sie 2016 mit ihrem Mann Chafiq Hamzé begonnen hat. Engagierte Lehrerinnen und Ehrenamtliche kümmern sich um die Kinder. Die Flüchtlingslager liegen im Süden Syriens bei Soueida, einer drusisch-christlichen Gegend. Hierher sind viele Familien aus dem Norden geflüchtet. Momentan sieht es nicht so aus, als könnten sie in absehbarer Zeit wieder zurückkehren. Viele Häuser wurden zerstört.

Das Hochplateau um Soueida liegt auf ca. 1000 Meter Höhe. Im Winter ist es hier bitter kalt und die Zelte geben nur wenig Schutz. Im Sommer wird es sehr heiß. Auch wenn der Platz beengt ist – die Kinder lernen begierig. In der Schule wird im Winter etwas geheizt und die Kinder können sich hier auch waschen.

Über Flüchtlinge innerhalb Syriens hören wir in Deutschland wenig. Es gibt zwar Zahlen, aber wenige Berichte. Die Menschen, die ab 2016 in die Gegend von Soueida geflüchtet sind, gehören zu einer bäuerlichen, seit jeher unterprivilegierten Schicht im Norden Syriens. Sie hatten schon davor unter jahrelang ausbleibenden Regenfällen gelitten. Dann kamen der Bürgerkrieg und die Gräueltaten des Islamischen Staats (IS) dazu. Die Flüchtlinge, die aus Hassake und Qamishli im Norden stammen, sind Aramäer, Kurden, Araber und Armenier, unter ihnen sind auch Christen. Aus Deir-ez Zor sind sunnitische Muslime in den Süden geflüchtet.

Mit dem Bleistift-Projekt unterstützt Fokus Nahost die Kinder in den Flüchtlingslagern – egal welcher Ethnie oder Religionsgemeinschaft sie angehören. Die Bleistifte, die wir Ihnen für eine Spende überreichen, sollen darauf hinweisen, dass es hier von der Welt vergessene Familien und Kinder gibt, die keine Zukunft haben, weil sich niemand ihrer unerträglich schlechten Situation annimmt. Die ansässigen Hilfsorganisationen kommen meist nur vorbei, um Statistiken zu erheben.

Vor vielen Jahren errichtete Chafiq Hamzé aus eigenen Mitteln ein Umweltzentrum, dessen Gebäude heute für die Flüchtlinge genutzt werden. Er arbeitet in der Organisation des Projekts tatkräftig mit.

Gabriele Conrad-Hamzé schreibt, dass die Hilfsgüter des UNHCR und Lebensmittelhilfen vom Roten Halbmond im Suq verkauft werden. Diese müssen sie dann zur kalten Jahreszeit für die Ärmsten im Camp wieder teuer zurückkaufen. Angesichts der katastrophalen Unterbringungs-und Bildungssituation der Kinder geht es in dem Projekt vor allem darum, die Kinder aus den Zeltlagern bei Soueida durch spielerisches Lernen auf eine Einschulung vorzubereiten und den Kindern, die teilweise traumatisiert und verstört sind, eine breit gefächerte soziale Betreuung zu geben. In dem Zentrum werden ca. 100 Kinder erreicht, die an drei Tagen in der Woche fünf Stunden unterrichtet werden – in einem weiteren Raum gestaltet eine Erzieherin ein Programm für Kindergartenkinder. Weit mehr Kinder sind eingeschrieben, ein Drittel muss aber mit den Eltern in den Gemüsefeldern der Umgebung arbeiten. Viele Kinder sind traumatisiert. Den Unterricht und die soziale Betreuung nehmen fünf kompetente, liebevolle Lehrerinnen wahr, darunter eine Kindergärtnerin. Zusätzlich kommen regelmäßig zwei ehrenamtliche Erzieherinnen, die eine spezielle Ausbildung für kriegsgeschädigte Kinder haben.


Die Morgengymnastik gehört genauso zu den Ritualen der Schule wie das gemeinsame Essen, das für die zum Teil unterernährten Kinder sehr wichtig ist.

Mit Begeisterung und Ungeduld erwarten die Kinder ein jede Woche aufgeführtes Puppenspiel, das eine ausgebildete Kraft pädagogisch fundiert vorbereitet. Die Kinder erhalten jeden Tag eine gesunde Mahlzeit. Sie werden auch mit Kleidung und – wenn nötig – Medikamenten versorgt. Während des Corona-Lockdowns im Sommer 2020 haben die Ehrenamtlichen mit Gabriele Hamzé Aufgaben zusammengestellt, die ins Camp gebracht wurden und unter Beaufsichtigung eines engagierten Studenten aus dem Dorf bearbeitet und zurückgebracht wurden. Ferner haben sie Lebensmittel-Care-Pakete im Camp verteilen lassen. Mittlerweile sind die Schulen wieder geöffnet und die Arbeit läuft wie vor dem Lockdown.

Die Märkte sind gut versorgt, aber die Lebensmittelpreise sind in den letzten Monaten explodiert und treiben schon die Normalbürger in den Ruin. Es gibt wenig Strom und das Benzin wird in Literflaschen gekauft. Viele Flüchtlingskinder zeigen Anzeichen von Unterernährung.

Zu der Angst vor Corona und Hunger kommt die Angst vor Angriffen. So schlugen Anfang Oktober einige Raketen im Nachbardorf ein – acht junge Menschen starben. Die Menschen in den Flüchtlingslagern und in den Dörfern sind von einem normalen, friedlichen Leben noch weit entfernt.

Sie können helfen, dass diese Kinder soziale Fürsorge, Bildung und damit eine Hoffnung für ihre Zukunft bekommen!

Der Verein Fokus Nahost e.V. – Netzwerk für Frieden und Vielfalt hat das Ziel, einerseits ein Bewusstsein für die einmalige ethnische, kulturelle und religiöse Vielfalt im Nahen Osten zu schaffen und andererseits Projekte zu unterstützen, die der Bedrohung dieser Vielfalt durch Krieg und Zerstörung entgegenwirken. Fokus-Nahost unterstützt basisnahe Projekte – unter anderem auch ein Projekt mit Kreuzsticharbeiten von Frauen verschiedener Religionsgemeinschaften aus Damaskus. Näheres unter: www.fokusnahost.org

Wir bitten um Ihre Spende für Flüchtlingskinder in Syrien!

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie Menschen, die in ihrer Heimat eine Zukunft haben wollen.

DE14 6415 0020 0004 2765 24 BIC SOLDES1TUB Kreissparkasse Tübingen